Auf die nette Tour: Edda Franke kommt als Zustellerin für die biber post so richtig in Fahrt

Auf die nette Tour: Edda Franke kommt als Zustellerin für die biber post so richtig in Fahrt

Unterwegs im Magdeburger Stadtteil Sudenburg

Wenn Edda Franke ihre Tour dreht, haben einige von uns noch nicht den ersten Morgen-Kaffee getrunken. Als Zustellerin der biber post bringt Edda Franke die Briefe, Postkarten, adressierte Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge und Prospekte im Magdeburger Stadtteil Sudenburg an die richtigen Adressen.

Edda Franke bei der Arbeit
Edda Franke bei der Arbeit

Mitten im Morgengrau leuchtet der blau-schwarze Schriftzug am Kleintransporter auf dem Parkplatzin Magdeburg-Sudenburg. Hinter der geöffneten Ladeklappe taucht Edda Franke auf – und strahlt. Sie ist schon eine Weile auf den Beinen, war schon im „Depot“. Im Servicepunkt stehen lange Tische, Kisten stapeln sich. Auf den Tischen kleben Zettel mit Namen und vielen Nummern. „Jeder von uns hat seinen Platz“, sagt Edda Franke. Die Nummern verschlüsseln die Zustellgebiete. Alle Magdeburger Straßen sind mit dem Raster aus Ziffern abgedeckt.

Sie bringt jahrelange Erfahrung mit.

Edda Franke belädt den Transporter für ihre Zustell-Tour. Was hier in Kisten ins Auto geschoben wird, kam zuvor aus dem Logistik-Zentrum in Barleben. Dort wurden die Sendungen vorsortiert nach Orten und Zustellgebieten und in die Kurierfahrzeuge verfrachtet. In den biber post-Servicestellen greifen, wie hier im Sudenburger „Depot“, viele fleißige Hände zu und übernehmen die Feinsortierung nach Straßen und Hausnummern. Die kürzeste und effektivste Route nimmt bei Edda Franke bereits beim Sortieren im Kopf Gestalt an. „Ich brauche kein Navi“, sagt sie und schwingt sich hinter das Lenkrad. Es ist nicht nur die private Verbundenheit mit „ihrem“ Stadtteil, es sind auch die jahrelange Erfahrung als Zustellerin und ihr guter Orientierungssinn, die Edda Franke zugutekommen. Seit vielen Jahren arbeitet die 57-jährige für die biber post. Die gelernte Wartungsmechanikerin für Daten- und Büromaschinen kam durch Zufall zum Zustell-Job, der vor etwa einem Jahr zum Vollzeitjob wurde.

Viele möchten einen Schlag erzählen.

Edda Franke stoppt an der ersten Station. „Ein vorbildlicher Briefkasten“, lobt sie und erklärt warum: „Er ist lesbar und ausführlich beschriftet, gut zu erreichen und hat einen breiten Schlitz.“ Gleich in der nächsten Straße, in der das biber post-Auto hält, sieht es nicht überall so perfekt aus. Edda Franke erahnt schon von weitem, in welche Briefschlitze die Zeitschrift der Krankenkasse, die sie heute mit verteilt, nicht hineinpasst. „Ich muss das Heft knicken“, sagt sie. Die Zustellerin geht zurück zum Auto, klemmt sich das nächste Bündel unter den Arm und steuert auf Häuser der Eigenheimsiedlung zu. Von weitem winkt eine Frau. Ein Stück weiter schneidet Sigrid Stietz im Vorgarten Blumen und freut sich, dass Edda Franke vorbeikommt. „Ich kenne hier viele“, sagt die Zustellerin. Es gibt „Stammkunden“, die oft viel Post erhalten. Es gibt diejenigen, die darauf warten, dass ihre Zustellerin kommt, und es gibt auch die, die einfach „einen Schlag erzählen möchten“. Viel Zeit hat Edda Franke indes nicht, schließlich sollen spätestens bis zum frühen Nachmittag alle Sendungen ihren Adressaten erreicht haben. Aber: „Für ein freundliches Wort muss auch eine Minute übrig bleiben“, sagt die Zustellerin. Es ist schließlich genau das, was ihr an ihrem Job gefällt. „Ich habe gern mit Menschen zu tun“, sagt sie. Und das Wetter? Regen mag sie nicht so, weil sie sehr aufpassen muss, dass die Sendungen nicht nass werden. Am Winter stören sie nur die Schneeberge, die sich auf den Wegen und am Straßenrand auftürmen. „Darüber zu klettern oder hineinzutreten ist kein Zuckerschlecken. Ansonsten packe ich mich im Winter gut ein, dann wird mir nicht kalt“, erklärt sie.

„Wir finden immer schnell eine Lösung.“

Mehr als 300 Postsendungen verteilt sie am Tag. In manchen Wochen kommen kleine Päckchen oder adressierte Zeitungen dazu. „Das ist eine gute Entwicklung“, sagt Edda Franke. Sie identifiziert sich mit dem Postdienstleister und ihrem Job. „Wir versuchen alle unser Bestes“, spricht Edda Franke auch für das Team: „Wird jemand krank, finden wir schnell eine Lösung.“ Dass viele Kunden das schätzen, zeigt sich an netten Worten und Gesten. Manchmal hing schon am Nikolaustag eine kleine Tüte mit Süßigkeiten für sie an der Türklinke.

„Die Zustellerin recherchiert oft die Adressen.“

Heute läuft es gut, die Briefe sind ordentlich beschriftet– lesbar, mit korrekten und vollständigen Anschriften. Edda Franke sagt: „Das ist leider nicht immer so.“ Ein „Klassiker“, der Edda Franke und ihren Kollegen das Berufsleben schwer macht, sind falsche Hausnummern. In vielen Fällen weiß die Sudenburger Zustellerin glücklicherweise, wo der richtige Adressat wohnt. „Redress“-Sendungen heißen die Briefe, Postkarten und Warensendungen, bei denen die Adressen falsch sind. In Eigenheimsiedlungen hat Edda Franke mit ihrer Recherche oft Glück und findet doch noch den richtigen Briefkasten. Schwierig wird dies allerdings in Mehrfamilienhäusern, wo die Zuordnung ohnehin häufig erschwert ist. Sie zeigt auf die lange Reihe der Briefschlitze. An zwei Schildern steht der Name „Wagner“. Einmal gekoppelt als Doppelname. Der ist jedoch oft nicht auf der Post angegeben. „Oder hier“, Edda Franke zeigt auf die Kästen im Nebeneingang– zwei mal Neumann. Zum Glück hat eine Familie die Vornamen ergänzt. „Sonst hätte ich nie gewusst, welche Familie die Post bekommen soll“, sagt die Zustellerin.

„Viele warten auf mich.“

Ein weiteres Problem sind die kleinen Schlitze der Mehrfamilien-Briefkästen. Die Kataloge gehen kaum hinein, die Zeitschriften müssen gefaltet werden. Wenn der Briefkasten nicht geleert wurde, wird es ganz schwierig für Edda Franke. Manche allerdings öffnen sich sofort, wenn die Sendung eingeworfen wird. Kaum hat Edda Franke bei Müllers die Briefe durch den Schlitz gedrückt, schließt jemand von hinten den Kasten auf. „Das ist hier immer so, viele warten auf mich“, weiß sie. Wie zum Beweis winkt ein Senior auf der gegenüberliegenden Seite am Fenster. Edda Franke winkt zurück, lacht, macht dann aber eine Bewegung, die bedeuten soll: „Nein, heute habe ich leider keine Post für Sie.“ Ähnliche Szenen gibt es auch in den nächsten Stunden auf der Tour. Diese Kontakte, das nette Wort – auch sie gehören zum Zustelljob der biber post. An der richtigen Adresse ist Edda Franke damit garantiert immer.
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